Breitensport

Senioren-Hockey und Wanderclub, oder was?

geschrieben von Gerhard Herrmann

Oder war da doch was anderes gemeint mit dem S bei SWC?

Lange, ganz lange ist es her, als ich zum ersten mal mit meinem Bruder zum SWC-Hallenhockey mitgehen durfte. Anfahrt war damals noch mit dem Mofa; und die meisten der damaligen Spieler sind lange schon aus dem Rennen. Das war so geschätzt vor gut 30 Jahren!

Daher mutet es schon fast unglaublich an, dass es dieses Spiel ohne Unterbrechung immer noch gibt. Die ehemalige Skigymnastik vom Augustin Helmut oder Siegmüller Floyd sind dagegen schon etwas in Vergessenheit geraten. Wir SWC-Hockeyspieler haben jetzt zusätzlich durch das moderne Internet einen richtigen "Mentalpush“"bekommen. Eine Hallenhockey-Freizeitmannschaftt aus Geiselhöring hat uns im letzten Jahr tatsächlich gegoogelt und zu einem Freundschaftsspiel eingeladen. Vieles war hierbei anders als bei uns am Montag: andere Schläger, richtige Tore, ein Ball statt eines Pucks und ein richtiges Regelwerk. Trotz allem sind wir nicht untergegangen! Seitdem sind wir am Umstellen und das Motto lautet, sich an die neuen Geräte gewöhnen und taktische Neujustage. Macht richtig Spaß und Ende März sind wir für ein weiteres, diesmal größeres Freizeitturnier gemeldet.

Unser Spiel, und ich vermeide hier ausdrücklich das Wort Training, findet immer Montag Abend ab 20.00 Uhr in der oberen Halle der Kreuzschule statt. Saison ist in der Regel Mitte September bis Pfingsten. Sonst auch nach individueller Vereinbarung. Am schönsten geht's, wenn wir acht Spieler sind, also drei pro Team mit je einem Auswechselspieler. Ein Spiel, welches ohne Pause läuft, dauert ca. 50 Minuten. Wir spielen im Augenblick mit Kufenschlägern aus Kunststoff und einem leichten Unihockeyball. Im Moment dient uns ein Turnbock als Tor, der SWC hat uns aber die Anschaffung von richtigen Hockeytoren genehmigt. Unser "Regelwerk" ist im Vergleich zu dem der Geiselhöringer schon fast als rudimentär, also aufs Wesentliche beschränkt, zu bezeichnen. Kein Fuß für Feldspieler, kein Abseits, Torschüsse erst ab einer vereinbarten Linie. Der letzte Mann ist Verteidiger und Torwart gleichermaßen und darf auch mit dem Fuß abwehren. Hoher Stock, hohe Schüsse und Körperchecks sind so gut wie möglich zu vermeiden. Im Vordergrund steht der Spaß und nicht das Spielergebnis! Für Zartbesaitete ist's aber trotzdem nix; es rumpelt schon hin und wieder. Blaue Flecken, ein massiver Muskelkater im Gesäß und gegebenenfalls in den Oberschenkeln sind nach dem ersten Spiel fast unvermeidlich. Juhu, wenn danach das Schlafzimmer in oberen Stockwerken liegt... Die meisten unserer Spieler sind schon etwas reifer, sprich 40 und älter, der jüngste ist knapp 18, deutlich spritziger und mit deutlich höherem und gewichtsmankobehaftetem Körperschwerpunkt (warum fällt der immer so leicht um?). Die Hockeysprache ist Gott sei Dank hauptsächlich bayrisch.

Mehr gibt's eigentlich nicht zu berichten. Wir hoffen auf alle Fälle noch lange weiter Hockey zu spielen und im März den anderen Turniermannschaften ein wenig Wind aus der Stadt entgegenwehen zu lassen...