Leichtathletik

Bayerische Meisterschaften U23/U16

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Dass es nicht immer eine Medaillenflut sein muss, damit ein Leichtathletikmeeting positiv bewertet wird, zeigten am Wochenende die Bayerischen Meisterschaften der U23/U16 in Hösbach im Landkreis Aschaffenburg. "Da setzt sich unser Trend nun fort, dass wir auf breiter Basis im Jugendbereich etwas aufbieten können", so der Spartenleiter Leichtathletik des SWC Regensburg Josef Koller, mit Blick auf das Ergebnistableau.

Allen voran bei den 15-Jährigen konnten in diesem Jahr herausragenden Ergebnisse erzielt werden. Das SWC-Nachwuchstalent Jonas Premru, der vor einem Jahr in der M14 bereits mit drei Medaillen von den Bayerischen Meisterschaften heimgekehrt war, konnte diesen Coup wiederholen. Im Weitsprung mit einer Bestmarke von 6,14 Metern nach Hösbach gereist, steigerte er sich mit einer Topserie von 6,39 - 6,37 - 6,46 - 6,42 auf eine neue Bestweite, die ihm an diesem Tag Silber einbrachte. Nur sein ärgster Widersacher, Maxim Schreier vom TuS Feuchtwangen, sprang 10 Zentimeter weiter. Eine Topleistung von beiden, da sie sich damit auf den Plätzen drei und vier in der Deutschen Bestenliste der M15 wiederfinden und damit die Norm für die Deutsche Meisterschaft deutlich hinter sich gelassen haben. "Das hat heute alles gepasst, da haben wir uns ein wenig gegenseitig gepusht", so die beiden nach dem Wettkampf. Ihr Leistungspotenzial konnten die zwei Athleten dann über die 100 Meter ebenfalls abrufen. Wieder die gleiche Reihenfolge, Silber für den Schützling von Trainer Hans Merkl mit einer Topzeit von 11,40 Sekunden, was gleichzeitig die Verbesserung des eigenen Oberpfalzrekordes bedeutete. Nur eben geschlagen durch seinen Teamkollegen aus dem D-Kader, der sich mit 11,32 Sekunden den Titel holte.

Die dritte Silbermedaille holte Jonas Premru zusammen mit Moritz Geldhäuser, Marc Steger und Yannik Seremet in der 4 x 100 Meter-Staffel. Und das, obwohl man kurzfristig zwei Ausfälle zu verkraften hatte. Da sprang dann aber der noch ein Jahr jüngere Yannik Seremet ein, der - so war der Plan - als Schlussläufer den Vorsprung nach Hause laufen sollte. Der Wechsel klappte, und er machte seine Sache vorzüglich. Mit einer klasse Zeit von 46,21 Sekunden holte man so das geplante Silber. Marc Steger war es auch, der das herausragende Sprintergebnis für den SWC in der Altersklasse M15 komplettierte. Im Zwischenlauf blieb er mit 11,98 Sekunden lediglich 2 Hundertstel über seiner bisherigen persönlichen Bestleistung. Im Endlauf kam er schließlich auf einen tollen 5. Platz. "Zwei Sprinter im Endlauf einer Bayerischen Meisterschaft dieser Altersklasse zu haben, das kann sich sehen lassen", meinte Hans Merkl recht zufrieden zum Abschneiden seiner Athleten. Nicht für einen vorderen Platz reichte es für Yannik Seremet schließlich im 100 Meter Sprint der M14. Aber allein die Qualifikation für die Bayerische Meisterschaft war hier schon ein ganz toller Erfolg. So auch über die 800 Meter, wo er sich mit einer Zeit von 2:20,79 Minuten auf Platz 4 setzen konnte.

Eigentlich für die Staffel vorgesehen, aber leicht angeschlagen, konzentrierte sich Paul Sittner auf seine Spezialdisziplin, dem Hochsprung. Dort machte er seine Sache prima und kam mit übersprungenen 1,74 Metern auf Platz 5. Im Diskuswurf war er auch noch aktiv, kam jedoch dort nicht in den Endkampf. Ein weiteres Staffelmitglieder stellte an den beiden Tagen wieder einmal seine enorme Vielseitigkeit unter Beweis. Beim Diskuswurf konnte Moritz Geldhäuser mit 38,32 Metern eine neue persönliche Bestleistung erzielen und ließ einige Athleten mit einer besseren Vormeldeweite hinter sich. Der Lohn war hier der Bronzeplatz. Noch höher zu bewerten seine eigentliche Paradedisziplin, dem Stabhochsprung. Nur äußerst knapp scheiterte er an der 3,60 Meter-Marke, was die Deutsche Meisterschaftsnorm gewesen wäre. So standen dann 3,50 Meter zu Buche und der Bayerische Meistertitel ging mit einer neuen persönlichen Bestleistung zurück nach Regensburg. Eine Bronzemedaille holte er sich darüber hinaus noch im Hammerwurf.

Die Staffel 4 x 100 Meter des SWC Regensburg komplettierte einen perfekten Sprintwettkampf und holten in der Besetzung Sonja Thalhofer, Hannah Nußbaumer, Luisa Jäger und Lucie Neuking den 3. Rang. Toll, dass man hier sogar eine zweite Staffel an den Start bringen konnte. Die Besetzung Paulina Hof, Lina Schubert, Katharina Pitzl und Lisa Lankes kamen zwar nicht in das Finale, aber hier war wirklich dabei sein schon eine klasse Sache . Weitere Medaillen im Jugendbereich gingen noch in nicht so ganz stark besetzten Teilnehmerfeldern im Stabhochsprung an Emilia Gartzke und Paulina Hof. Sie kamen in den Altersklasse W15 bzw. W14 auf die Plätze 3 und 2. Gute Leistungen durchweg wieder von Luisa Jäger. Wurde sie kürzlich in Aichach Bayerische Meisterin im Blockmehrkampf, so wurde sie in den Einzeldisziplinen 100 Meter neunte und nur knapp geschlagen auf Platz vier über die 80 Meter Hürden. Und eine neue Bestleistung sprang - im wahrsten Sinne des Wortes - dann auch noch heraus: Mit 5,11 Meter schloss sie den Weitsprung auf Platz 5 ab.

Hannah Nußbaumer erreichte das Finale über die 100 Meter in der W14 und kam in einer Zeit von 13,25 Sekunden den Rang 6. Über die 800 Meter in der gleichen Altersklasse kamen Lisa Lankes und Sonja Thalhofer auf die Plätze 8 und 14, Lina Schubert im Hochsprung ebenfalls auf den 14. Platz

Valentin Moritz, der in der Altersklasse M14 startet, durfte aufgrund dem Erreichen der Qualifikationsnorm auch im Hochsprung starten. 1,50 Meter und Platz 5 waren es dort in der Endabrechnung. Eine Medaille holte er sich jedoch im Stabhochsprung. Mit 2,80 Metern landete er auf Platz 3, unmittelbar vor Tristan Veit Böck, der auf die gleiche Höhe kam, aber mit mehr Fehlversuchen daher einen Rang schlechter platziert war. Dieser erreichte im Speerwurf noch Platz acht mit 35,40 Metern. Etwas Lehrgeld musste Nils Rößler bezahlen, der ein Jahr jünger in der M14 startete und trotz seines ersten Stoßes über die 10-Marke mit der 4 kg-Kugel nicht den Endkampf erreichen konnte. Im Diskuswurf kam er noch auf einen guten 9. Platz. "Nächstes Jahr schaut das beim Kugelstoß bei ihm hier ganz anders aus", so Josef Koller zum Abschneiden von Nils.

Nicht ganz so stattlich die Anzahl der Regensburger in den U23-Teilnehmerfeldern. Über die 200 Meter konnte Felix Mittermeier (SWC Regensburg) in einer Zeit von 22,40 Sekunden ebenfalls einen dritten Platz belegen. Auf Platz 6 kam er im 100 Meter-Finale, wo er seinen Lauf mit 11,25 Sekunden abschließen konnte. Hochgestartet in der U23 war Jacqueline Sterk an diesem Wettkampfwochenende. Über die 100 Meter Hürden blieb sie mit 14,99 Sekunden unter der 15-Sekunden-Marke und wurde vierte. Im Weitsprung bestätigte sie ihr guten Sätze von der Sparkassengala und wurde mit 5,60 Metern schließlich ebenfalls etwas undankbare vierte.

 

Hier sind die Ergebnisse der Bayerischen Meisterschaften.